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Mathias Schmon

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Interview mit Mathias Schmon in der Fachzeitschrift Case Management

Veröffentlicht Mittwoch, 22. Januar 2014, 13:33 Uhr

Mathias Schmon ist einer der beiden Geschäftsführer des Softwareunternehmens Nubedian, das sich auf Programme zur Unterstützung von Case und Care Management-Prozessen in unterschiedlichen Kontexten spezialisiert hat. Anwendungsbereiche sind neben klassischem Case und Care Management auch Betreuung und Wohnen, Pflegeberatung, Sozialdienste in Krankenhäusern sowie vernetzte Strukturen. Das Programm CareCM wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als besonders innovatives Produkt ausgezeichnet. Das Gespräch führte Bettina Roccor, Redakteurin der Fachzeitschrift Case Management und selbst mehrere Jahre auch im Bereich Fachliche Architektur für Softwareunternehmen tätig.

Herr Schmon, Sie sind als Start-Up-Unternehmen innerhalb einer sehr kurzen Zeit schon recht bekannt geworden. Ihr Unternehmen wurde 2011 gegründet und im ersten Jahr vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Was hat an Ihrem Gründungsvorhaben denn überzeugt – Ihre technische Innovation oder auch die fachliche Qualität (Bettina Roccor)?
Beides natürlich. Nubedian ist es gelungen, Technologien, die bisher eher im industriellen Kontext genutzt werden, auch
für Anwendungsfelder im Sozial- und Gesundheitswesen zugänglich zu machen. Die so entstehenden innovativen Softwarelösungen – dazu
zählen z.B. mobile Lösungen, Integration von und mit anderen Werkzeugen und starke Individualisierbarkeit durch den Anwender – haben zahlreiche Vorteile: sie sind bedienfreundlich und unterstützen den Anwender dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – die Arbeit für und mit rat- und hilfesuchenden Menschen. Die fachliche Qualität haben wir vor allem der Mitarbeit der Anwender zu verdanken, welche gemeinsam mit uns in zahlreichen Arbeitsgruppen, bestehend aus Pflegeberatern, Mitarbeitern von Pflegestützpunkten und
Case Managern, dafür gesorgt haben, dass die Software den Anforderungen der Praxis gerecht wird. Diese interdisziplinäre Atmosphäre war
der Nährboden für CareCM (Mathias Schmon).

An der Aufbereitung der doch sehr komplexen Vorgehensweisen im Case und Care Management haben sich schon einige Software-Unternehmen mehr oder weniger erfolgreich versucht. Was kann Ihr Programm, was andere Programme nicht zu leisten in der Lage sind?
Zum einen greift unsere Software die Bausteine des Case Managements auf, bietet aber dabei genug Raum für Flexibilität und Individualität, bspw. durch die Möglichkeit, selbst Felder und Werte hinzuzufügen. Zum anderen ermöglicht CareCM das Einbeziehen der Rat- und Hilfesuchenden in den Beratungsprozess. Die integrierte Datenbank ermöglicht schließlich, die einzelnen Stakeholder (Angehörige, Leistungsanbieter, Kostenträger, …) zu einem Netzwerk zu verknüpfen und dadurch optimale Hilfen zu installieren. Über integrierte Tools kann die Wirksamkeit der veranlassten Hilfen überprüft bzw. nachgewiesen und dadurch das Versorgungsangebot regional gesteuert werden. Insgesamt lag das Hauptaugenmerk dabei immer auf der  Anwenderfreundlichkeit.

Case und Care Management ist im Vergleich zu anderen Handlungsfeldern im Sozial- und Gesundheitswesen Gesundheitswesen nicht unbedingt ein Segment, in dem ein großer und zugleich zahlungskräftiger Kundenkreis vorhanden wäre. Was genau hat Sie motiviert, sich auf diesen Bereich zu spezialisieren?
Zunächst muss ich Ihnen natürlich zustimmen, dass das Umfeld und die Marktverhältnisse sehr schwierig sind. Besonders motiviert hat uns die Arbeit der Anwender, im Besonderen ihr Wunsch, größere Anteile ihrer Arbeitszeit dem direkten Gespräch mit den Klienten widmen zu können. Darüber hinaus wird die Bedeutung von Case Management aufgrund des demografischen Wandels wachsen. Im Rahmen von Hospitationen bei verschiedenen  Einrichtungen ist uns aufgefallen, dass eine Softwarelösung besonders bei Case Management – im Sinne eines strukturierten Managements komplexer Fälle unter Einbeziehung interner und externer informeller und formeller Akteure – dazu beitragen kann, Zeit einzusparen, welche wiederum für die intensive Arbeit mit den Rat- und Hilfesuchenden genutzt werden kann.

Was bringen Sie an fachlicher Expertise mit? Haben Sie selbst eine CM-Ausbildung absolviert oder lassen Sie sich fachlich von Fachleuten begleiten? Aus welchem Arbeitsgebiet kommen Sie und Ihre Partner ursprünglich?
Das erste Mal habe ich mich im Rahmen meiner Abschlussarbeit mit dem Thema Case Management beschäftigt. Im Lichte der demographischen Entwicklung wie auch angesichts fehlender finanzieller/personeller Ressourcen erschien mir Case Management als eine mögliche Antwort auf die Herausforderungen, die uns in Zukunft erwarten. Dieses Thema hat mich nicht mehr losgelassen - so sehr, dass ich inzwischen tatsächlich
selbst eine CM-Ausbildung besucht und abgeschlossen habe. Meine Partner kommen aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung und
weisen eine besondere Expertise in den Feldern Softwareentwicklung und IT-Nutzung im Gesundheits- und Sozialwesen vor. Der Forschungshintergrund
garantiert dabei nachhaltige Innovationen. Allerdings wäre die Entwicklung nicht ohne die Mitarbeit der Anwender möglich gewesen, die während des
gesamten Entwicklungsprozesses im Zentrum jeder Aktivität standen und die Software CareCM im Wesentlichen geprägt haben.

Wer nutzt Ihr Programm bisher? Welche Erfahrungen werden zurückgemeldet? Häufig besteht ja eine gewisse Skepsis, ob die Komplexität im CM tatsächlich über EDV hilfreich unterstützt werden kann. Und oft wird das Risiko benannt, dass die notwendige Standardisierung von Prozessschritten via EDV ein Abgleiten in Routinen zur Folge hat, weil Berater nicht mehr auf den Einzelnen schauen und individuelle Lösungen suchen, sondern statt dessen auch Case Management zum „wenn a=x, dann b=y“ Prozess verkommen lassen…
Unser Programm ist in der Zwischenzeit sowohl bei Pflegestützpunkten als auch bei freien Pflegeberatern sowie in Krankenhäusern und Wohlfahrtsverbänden im Einsatz. Im Rahmen der Entwicklung haben wir schnell festgestellt, dass die Software die Komplexität des Anwendungsfeldes
nicht reduzieren darf und genug Spielraum für individuelle Lösungswege lassen muss. Uns war von Anfang an klar, dass eine Software nicht die Erfahrung und Expertise eines Beraters ersetzen kann, ihn aber dennoch in seiner Arbeit unterstützen möchte. Wenn ich Ihre Frage aufgreifen darf, kann man sagen: a könnte = x sein, könnte aber auch = y sein. Am Ende entscheidet immer der Berater selbst, welcher Lösungsweg der richtige ist. Die Software unterstützt den Berater durch Informationen und Erfahrungswerte. Sehr geehrter Herr Schmon, ich danke Ihnen für dieses Gespräch!

(Fachzeitschrift Case Management 2013/4, medhochzwei Verlag GmbH, Seite 225 und 226)

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